Verhaltensbedingte Kündigung

Wurde Ihnen verhaltensbedingt gekündigt? Wirft man Ihnen Pflichtverletzungen vor?

  1. Voraussetzungen:

Eine Kündigung wegen eines bestimmten Verhaltens ist grundsätzlich nur rechtmäßig, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • erhebliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten (i.d.R. aber nicht notwendig schuldhaft)
  • konkrete erhebliche Beeinträchtigung des Arbeitsverhältnisses
  • keine andere zumutbare Beschäftigungsmöglichkeit
  • das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss das Interesse des Arbeitnehmers an der Fortsetzung überwiegen
  1. Dabei gilt das so genannte Prognoseprinzip

Die Kündigung ist keine Sanktion für das Verhalten in der Vergangenheit, sondern dient der Vermeidung weiterer erheblicher Pflichtverletzungen in der Zukunft.

Vor diesem Hintergrund verlangt das Bundesarbeitsgericht, dass eine negative Prognose vorliegt. Sie liegt nur vor, wenn aus der konkreten Vertragspflichtverletzung und der daraus resultierenden Vertragsstörung geschlossen werden kann, dass der Arbeitnehmer auch zukünftig - selbst nach einer Kündigungsandrohung - erneut in gleicher oder ähnlicher Weise handeln wird (BAG, 13.12.2007 - 2 AZR 818/06). Deshalb setzt eine Kündigung wegen Vertragspflichtverletzung regelmäßig eine Abmahnung voraus, wobei zwischen Abmahnung und späterer Kündigung ein „innerer Zusammenhang" bestehen muss (BAG, 13.12.2007 - 2 AZR 818/06).

  1. Abmahnung

Grundsätzlich ist eine Abmahnung vor jeder Kündigung erforderlich. Eine verhaltensbedingte Kündigung ohne einschlägige Abmahnung ist in der Regel rechtswidrig. Zu berücksichtigen ist auch, dass die zuvor ausgesprochene Abmahnung einschlägig sein muss, also den gleichen Pflichtenkreis betreffen muss.

  1. So helfen wir Ihnen:

In einem persönlichen Gespräch klären wir mit Ihnen den Sachverhalt auf, bewerten die rechtliche Situation und legen mit Ihnen gemeinsam die weitere Strategie fest. Diese kann darin bestehen, außergerichtliche Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber zu führen, ggf. parallel dazu für Sie Kündigungsschutzklage zu erheben. Bitte beachten Sie immer: Sind mehr als drei Wochen seit dem Zugang der Kündigung bei Ihnen vergangen, hat man nahezu keine Erfolgsaussichten mehr mit einer Kündigungsschutzklage. Bitte nehmen Sie deshalb mit uns so schnell wie möglich Kontakt auf.