Scheinselbständigkeit

Der Begriff „Scheinselbständigkeit“ bezeichnet eine Tätigkeit, die augenscheinlich die Merkmale einer freien Mitarbeit (also „Selbständigkeit“) aufweist, in Wahrheit handelt es sich jedoch um eine abhängige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Viele Unternehmer, die freie Mitarbeiter auf Basis eines Werkvertrages (oder Dienstvertrag) als Subunternehmer, Berater, o. ä. engagieren, haben nur eine vage Vorstellung über die Abgrenzung und Risiken. Näheres ist dazu in der Regel nicht bekannt, abgesehen davon, dass freie Mitarbeiter kein monatlich abzurechnendes Gehalt bekommen, sondern für ihre erbrachten Leistungen Rechnungen stellen und der Unternehmer sich deshalb nicht um die Abführung von Sozialversicherungsabgaben oder Lohnsteuer kümmern muss. Zu den weitverbreiteten Irrtümern gehört, dass es für eine „echte“ Selbständigkeit schon ausreicht, wenn der freie Mitarbeiter mehrere Auftraggeber hat und einen bestimmten Prozentsatz seines „Umsatzes“ bei einem oder mehreren anderen Auftraggebern verdient. Eine Fehleinschätzung, die erhebliche finanzielle und strafrechtliche Risiken birgt.