Einsatzdauer

  1. Grundsatz

    Sie dürfen denselben Leiharbeitnehmer nicht länger als 18 aufeinander folgende Monate tätig werden lassen (§ 1 Abs. 1b AÜG).

    Aufgrund der Gesetzesänderung zählt die Zeit erst ab 01.04.2017.

    Zeiten, in denen der Arbeitnehmer erkrankt ist oder Urlaub hat, zählen als Einsatzzeiten.

    Bei der Berechnung des 18-Monats-Zeitraums wird der Zeitraum vorheriger Überlassungen durch denselben oder einen anderen Verleiher an Sie vollständig angerechnet, wenn zwischen den Einsätzen jeweils nicht mehr als drei Monate liegen. Das bedeutet, es kommt immer auf die Person des Leiharbeitnehmers an und nicht darauf, ob der Leiharbeitnehmer von dem gleichen Verleiher überlassen wurde. Oder anders: es ist unerheblich, welchen Verleiher Sie bezahlen; wenn der Leiharbeitnehmer zuvor bei Ihnen tätig war, ist die Zeit grundsätzlich zu berücksichtigen, es sei denn zwischen den Einsätzen liegen mehr als drei Monate.

    Noch ungeklärt in diesem Zusammenhang ist, was „mehr als drei Monate“ tatsächlich bedeutet: Nach einer Lesart wäre bei Beendigung eines Einsatzes zum 31.12. ein neuer Einsatz ab 01.04. des Folgejahres möglich; nach einer anderen erst ab 02.04., da „mehr als drei Monate“ zumindest drei Monate und ein Tag bedeutet.

  2. Ausnahmen von der Einsatzhöchstdauer /Überlassungshöchstdauer

    Ausnahmen sind grundsätzlich möglich; die genauen Voraussetzungen richten sich danach, ob Sie tarifgebunden sind oder nicht. Auf jeden Fall muss der geltende bzw. einschlägige Tarifvertrag eine andere Überlassungshöchstdauer vorsehen oder eine Öffnungsklausel enthalten, die eine andere Dauer ermöglicht.

    Gerne überprüfen wir, ob der geplante Arbeitseinsatz des Leiharbeitnehmers den gesetzlichen Vorgaben genügt und behalten für Sie auch die zukünftigen Gesetzesänderungen im Blick. Kontaktieren Sie uns.

  3. Rechtsfolgen eines Verstoßes

    Wird die zulässige Überlassungshöchstdauer überschritten, so besteht grundsätzlich mit dem Überschreiten der Überlassungshöchstdauer kraft Gesetzes zwischen Ihnen und dem Leiharbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen neuen Arbeitnehmer!

    (Ausnahme: Der Leiharbeitnehmer erklärt schriftlich innerhalb eines Monats formgerecht, dass er am Arbeitsvertrag mit dem Verleiher festhalten möchte.)