Abmahnung

Sie haben eine Abmahnung erhalten? Die Rechtmäßigkeit sollte genau überprüft werden, zumal eine oder mehrer Abmahnungen nicht selten der „Wegbereiter" für eine verhaltensbedingte Kündigung sein soll.

1. Notwendiger Inhalt: Dokumentationsfunktion und Warnfunktion

Eine Abmahnung muss die vermeintliche Pflichtverletzung so konkret dokumentieren, dass Sie genau wissen, was Ihnen vorgeworfen wird (Dokumentation). Pauschale Angaben oder bloße Werturteile reichen nicht aus.
Werden Ihnen für den Wiederholungsfall eindeutig arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung angedroht (Warnfunktion)? Die bloße Erinnerung an Vertragspflichten reicht nicht (= Ermahnung, Rüge, Hinweis).

WICHTIG: Ist nur einer, der in einer Abmahnung erhobenen Vorwürfe objektiv falsch, ist die ganze Abmahnung rechtswidrig.

Bei einer Abmahnung bestehen keine Formerfordernisse. Deshalb unbedingt darauf achten, dass man Ihnen beispielsweise in einem Personalgespräch nicht eine Abmahnung „unterjubelt". Immer, wenn eine zweite Person Protokoll führt, wachsam sein.

Die „Wirkungsdauer" einer Abmahnung hängt vom Einzelfall ab, kann auch bis zu 3 Jahre sein (BAG 18.11.1986 - 7 AZR 674/84)

HINWEIS: Ein konkreter Sachverhalt, der zu einer Abmahnung führte, ist „verbraucht", d. h. eine Kündigung kann darauf nicht mehr gestützt werden.

Abmahnungsberechtigung: jeder Weisungsberechtigte

2. Sonderfall: Abmahnung des Arbeitgebers

Verstößt Ihr Arbeitgeber gegen seine Pflichten (z.B. Missachtung von Sicherheitsvorschriften; unpünktliche Gehaltszahlungen)? Das Arbeitsrecht erlaubt es auch Ihnen, Ihren Arbeitgeber abzumahnen. Aber Vorsicht: ein Arbeitgeber wird das i.d.R. als Provokation empfinden.

3. So helfen wir Ihnen:

In einem persönlichen Gespräch klären wir mit Ihnen den Sachverhalt auf, bewerten die rechtliche Situation und legen mit Ihnen gemeinsam die weitere Strategie fest. Handlungsmöglichkeiten bei einer Abmahnung können sein: Schriftliche Gegendarstellung, die wir für Sie ausarbeiten und die Sie entweder selbst oder durch uns an Ihren Arbeitgeber leiten; ggf. Beschwerde beim Betriebsrat; äußerstenfalls Klage auf Entfernung der Abmahnung aus Ihrer Personalakte. Welche Maßnahme sinnvoll ist, muss in Ihrem konkreten Fall geklärt werden. Denn denkbar ist auch, gegen eine Abmahnung nichts zu unternehmen, um das Arbeitsverhältnis nicht weiter zu belasten. Die Abmahnung kann auch noch zu einem späteren Zeitpunkt angegriffen werden.