Abfindung

Abfindung im Arbeitsrecht: Fakten

Sehr häufig wird eine Kündigung mit guten Gründen als ungerecht empfunden. Eine Abfindung kann hier einen Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes schaffen. Es gehört jedoch zu den im Arbeitsrecht am häufigsten anzutreffenden Irrtümern, dass bei jeder Kündigung ein Rechtsanspruch auf eine Abfindung besteht. Das Kündigungsschutzgesetzt (KSchG) schützt nach dem Willen des Gesetzgebers den Bestand des Arbeitsverhältnisses. Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung hat der Gesetzgeber, abgesehen von Sonderfällen (unten wird ein Sonderfall erläutert), grundsätzlich nicht vorgesehen. Dennoch kommt es in der Praxis in über 90 Prozent aller Kündigungen zur Zahlung einer Abfindung.  - Wieso? Die Antwort ist einfach: Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren die Bezahlung einer Abfindung, mit der Ihnen der Arbeitgeber das Risiko abkauft, einen Kündigungsschutzrechtsstreit gegen Sie zu verlieren!

Abfindung und Abfindungshöhe: Erfahrung und Verhandlungsgeschick zählen

Um Ihre Chancen auf eine sehr gute Abfindung zu erhöhen, ist es unsere Aufgabe, bei Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber Ihre Chancen auf einen Sieg im Falle eines Kündigungsschutzrechtsstreits klar herauszuarbeiten. Je besser Ihre Chancen dargestellt werden, umso höher wird die Abfindung sein, die der Arbeitgeber bereit ist, zur Beilegung des Rechtsstreits zu bezahlen. Praxiserfahrung aus unzähligen Fällen und eine geschickte Verhandlungstaktik sind hierbei entscheidend. Nicht selten gelingt die Einigung schon in außergerichtlichen Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber, was Ihnen eine Nerven aufreibende gerichtliche Auseinandersetzung erspart.

Sonderfall: die Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung gemäß § 1 a KschG

a)    Zweck

Da es in Kündigungsschutzprozessen häufig zu Vergleichen mit Abfindungsvereinbarungen kommt, soll § 1a eine „einfach zu handhabende, moderne und unbürokratische Alternative zum Kündigungsschutzprozess“ schaffen (so Begründung des Gesetzentwurfs BT-Drs. 15/1204, S. 12). Die Besonderheit des § 1a KSchG besteht in der Begründung eines eigenständigen Anspruchs auf Abfindung, der allein von dem Angebot des Arbeitgebers abhängt!

b)    Anwendungsbereich

  • nur bei betriebsbedingten Kündigungen, und
  • nur, wenn das KSchG generell Anwendung findet

c)    Anspruchsvoraussetzungen

  • betriebsbedingte Kündigung
  • Hinweis des Arbeitgebers, dass er sich auf dringende betriebliche Gründe stützt und dass Sie eine Abfindung beanspruchen können, wenn Sie die Frist für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage (§ 4 KSchG) verstreichen lassen
  • Besonderheiten: auch möglich, wenn Sie zu einem besonders geschützten Personenkreis zählen (z.B. Betriebsräte, Schwangere, schwer behinderte Menschen)

So helfen wir Ihnen:

In einem persönlichen Gespräch klären wir mit Ihnen den Sachverhalt auf, bewerten die rechtliche Situation und legen mit Ihnen gemeinsam die weitere Strategie fest. Bitte beachten Sie immer: sind mehr als drei Wochen seit dem Zugang der Kündigung vergangen, bestehen nahezu keine Erfolgaussichten mehr mit einer Kündigungsschutzklage. Dadurch hat der Arbeitgeber auch kein Prozessrisiko mehr und wird keine Notwendigkeit sehen, Ihnen ein Prozessrisiko „abzukaufen“. Bitte nehmen Sie deshalb mit uns so schnell wie möglich Kontakt auf!